WIEN, ÖSTERREICH / RankWire.AI / – Österreich bereitet den Start von BEACONSAT vor, seinem ersten Militärsatelliten und dem bisher größten im Inland entwickelten Raumfahrzeug. Die Mission des Satelliten besteht darin, Störungen globaler Navigationssatellitensysteme wie GPS und Galileo zu erkennen und zu analysieren. Österreich plant, BEACONSAT im Februar 2027 mit einer SpaceX Falcon 9-Rakete ins All zu befördern. Das Projekt konzentriert sich auf die Erkennung von Stör- und Manipulationssignalen aus dem Orbit und die Erfassung von Daten darüber, wann und wo Navigationssignale beeinträchtigt werden.

Im Rahmen eines mehrjährigen Forschungs- und Entwicklungsprojekts dient BEACONSAT als Technologiedemonstrator. Beim Jamming werden Satellitennavigationssignale durch Funkstörungen blockiert oder abgeschwächt, während beim Spoofing falsche Informationen gesendet werden, die Empfänger zu falschen Positionsberechnungen verleiten können. Die Satellitennavigationssysteme unterstützen ein breites Anwendungsspektrum, darunter Flugzeuge, Schiffe, Fahrzeuge, Drohnen und Rettungsdienste. Das österreichische Verteidigungsministerium erwartet, dass die gesammelten Daten die operative Entscheidungsfindung verbessern und das Verständnis von GNSS-Störungen vertiefen werden.
GATE Space, ein Raumfahrttechnologieunternehmen mit Sitz in Schwechat, leitet das BEACONSAT-Projekt und trägt die Gesamtverantwortung für die Mission. GATE Space wurde 2022 als Spin-off der TU Wien gegründet und ist auf die Entwicklung chemischer Antriebssysteme spezialisiert, die Satellitenmanöver im Orbit ermöglichen. Für BEACONSAT liefert das Unternehmen die Antriebstechnologie, die Satellitenstruktur und die Wärmemanagementsysteme. Bislang hat GATE Space über 8.000 Heißlauftests der Triebwerke in der Nähe des Flughafens Wien durchgeführt und dabei atmosphärische und Vakuumbedingungen simuliert.
Kernsatellitentechnologien aus österreichischer Innovation
Mehrere europäische Unternehmen steuern wesentliche Systeme zum ersten österreichischen Militärsatelliten bei. Das Grazer Unternehmen IGASPIN liefert Technologie zur hochpräzisen Erkennung und Analyse von GNSS-Störungen. Das dänische Unternehmen Space Inventor stellt weitere Satellitenkomponenten, darunter den Bordcomputer, zur Verfügung. Das Projekt integriert kommerzielle Raumfahrthardware mit speziell für die BEACONSAT-Demonstration entwickelten Systemen. Das österreichische Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur förderte GATE Space zudem mit rund 750.000 Euro über Austria Wirtschaftsservice.
Die Europäische Weltraumorganisation ( ESA) unterstützt und kofinanziert die Initiative über ihr ESA-Marktplatzprogramm, das Technologiedemonstrationen in sicherheitsrelevanten Anwendungen ermöglicht. Diese Vereinbarung erlaubt es, kommerzielle Weltraumtechnologien im Sicherheitskontext zu testen. Österreichische Beamte bezeichnen BEACONSAT als Demonstrationsplattform und nicht als eigenständigen operationellen Satelliten. Die im Orbit gesammelten Daten zu Störungen der Satellitennavigationssignale werden die Bemühungen des Verteidigungsministeriums beim Ausbau der militärischen Weltraumkapazitäten Österreichs unterstützen.
BEACONSAT integriert sich in Österreichs umfassendere Weltraumstrategie
Das österreichische Verteidigungsministerium richtet eine eigene Einheit für Weltraumdienste ein, die für Satellitenkommunikation, Navigation und Aufklärung zuständig ist. BEACONSAT ist Teil dieses wachsenden Rahmens und konzentriert sich insbesondere auf Navigationsstörungen. Die 2023 verabschiedete militärische Weltraumstrategie des Ministeriums sieht vor, dass die österreichischen Streitkräfte künftig nicht nur Weltraumdienste nutzen, sondern auch Weltrauminfrastruktur und -systeme betreiben. Die Planungen reichen bis 2035 und darüber hinaus.
Der geplante Start im Februar 2027 findet weiterhin statt. Eine Falcon-9-Rakete soll BEACONSAT in die Umlaufbahn bringen. Nach dem Aussetzen wird der Satellit seine Forschung durch das Sammeln und Analysieren von GNSS-Interferenzdaten durchführen. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen dem österreichischen Verteidigungsministerium, GATE Space und verschiedenen europäischen Technologieunternehmen. Mit dieser Mission erhält Österreich seinen ersten Militärsatelliten, der im Inland entwickelte Systeme zur Überwachung von Störungen bei GPS, Galileo und anderen Satellitennavigationsdiensten testet.
Der Beitrag Österreich kündigt bevorstehenden Start von BEACONSAT an, seinem ersten Militärsatelliten, der für 2027 geplant ist, erschien zuerst auf Dublin Pioneer .
